Stärkster Anstieg der Ausbildungsvergütung seit 1992 verzeichnet

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen in Deutschland stiegen 2024 um 6,3 Prozent, was den höchsten Anstieg seit Beginn entsprechender Datenerhebungen im Jahr 1992 darstellt.

Durchschnittlich erhielten Auszubildende in tarifgebundenen Betrieben 1.133 Euro brutto monatlich, erstmals lagen alle Ausbildungsjahre über 1.000 Euro. Die Vergütung betrug 1.042 Euro im ersten und 1.255 Euro im vierten Jahr. Ein ähnlich starker Anstieg wurde zuletzt 1993 mit 6,2 Prozent festgestellt. Früheren Jahren zeigten geringere Erhöhungen zwischen 2,5 Prozent (2021) und 4,2 Prozent (2022). Erstmals waren 2024 die Durchschnittswerte in Ost- und Westdeutschland nahezu gleich, wobei Ostdeutschland mit 1.135 Euro leicht über Westdeutschland lag. Der stärkere Anstieg im Osten betrug 8,9 Prozent im Vergleich zu 6,1 Prozent im Westen.

1992 lagen die Vergütungen bei 321 Euro im Osten und 472 Euro im Westen. Der Anstieg in Ostdeutschland führte zu einer Verschiebung in der bundesweiten Rangfolge der Vergütungen. Ostdeutsche Bundesländer rückten nach oben, während Baden-Württemberg mit 1.176 Euro dennoch den Spitzenplatz behielt. Rheinland-Pfalz, das Saarland und Nordrhein-Westfalen bildeten die Schlusslichter. 60 Prozent der Auszubildenden erhielten über 1.100 Euro, ein Viertel über 1.250 Euro, wobei 14 Prozent weniger als 950 Euro erhielten. Die höchsten Vergütungen wurden im öffentlichen Dienst mit 1.234 Euro gezahlt, gefolgt von Hauswirtschaft mit 1.195 Euro und Industrie und Handel mit 1.181 Euro. Im Handwerk und den freien Berufen waren die niedrigsten Vergütungen mit 1.046 bzw. 1.026 Euro zu finden.

Die Bandbreite zwischen den höchsten und niedrigsten Vergütungen umfasste rund 200 Euro oder etwa 20 Prozent. Je nach Ausbildungsberuf bestehen deutliche Unterschiede. Rohrleitungsbauer/-innen erhielten die höchsten Durchschnittsvergütungen mit 1.349 Euro, gefolgt von Milchtechnologen/-technologinnen mit 1.347 Euro. In acht weiteren Berufen lagen die Vergütungen über 1.300 Euro. Im Gegensatz dazu verdienten Azubis in 25 Berufen weniger als 1.000 Euro, darunter Berufe des Handwerks wie Maler/-innen und Lackierer/-innen (936 Euro) sowie Friseur/-innen mit 719 Euro. Auch Berufe der freien Berufe wie Tiermedizinische/-r Fachangestellte/-r (877 Euro) zählten dazu.

Der öffentliche Dienst erlebte mit 9,4 Prozent einen größeren Anstieg als die freien Berufe mit 4,8 Prozent. Die Hauswirtschaft wies 10,0 Prozent auf, während Industrie und Handel sowie Handwerk Anstiege von 6,1 beziehungsweise 6,4 Prozent verzeichneten, ähnlich dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Die Landwirtschaft meldete jedoch nur einen Zuwachs von 4,2 Prozent, nachdem 2023 ein Anstieg von 7,7 Prozent festgestellt wurde.

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